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Käßmann: Mit Kindern über Tod und Trauer reden

Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat Eltern ermutigt, mit ihren Kindern über Tod und Trauer zu reden. "Kinder haben durchaus ein Bewusstsein, dass das Leben endlich ist", sagte sie vor Journalisten in Hannover: "Sie sind neugierig, was der Tod bedeutet." Die Erwachsenen hätten viel mehr Hemmungen, mit dem Thema umzugehen. Die evangelische Bischöfin sprach zum Auftakt des Projektes "Gibt's im Himmel auch Spaghetti? - Mit Kindern über das Sterben reden" der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Niedersachsen/Sachsen-Anhalt.

Kinder ab etwa drei Jahren könnten auch mit zu Beerdigungen genommen werden, sagte Käßmann: "Das ist eine große Chance, mit ihnen ins Gespräch über Leben und Tod zu kommen." Kinder hätten angesichts des Todes auch Ängste und Fantasien: "Und die können im Zeitalter des Internet bedrohlich werden." Es könne Kindern helfen, wenn sie den Friedhof als einen friedlichen Ort entdeckten und frühzeitig die Rituale des Abschiednehmens erlebten: "Es ist wichtig, ein Ritual zu haben, um der Trauer eine Form zu geben und dem Leben Tiefe."

Die Bischöfin erinnerte dabei an das schwere Busunglück Anfang November 2008 bei Hannover, bei dem 13-jährige Schülerinnen eine Klassenkameradin verloren hatten. Die Rituale des Abschieds bei der Trauerfeier hätten ihnen sichtlich Halt vermittelt. Kinder sähen bis zu ihrem 14. Lebensjahr rund 18.000 Tote im Fernsehen und im Internet.
"Wir müssen sprachfähig werden über Sterben und Tod", forderte Käßmann. (Quelle: epd)

Das Projekt "Gibt's im Himmel auch Spaghetti?" besteht zum einen aus dem Eltern-Leitfaden, der einige Antworten auf die sehr direkten Fragen von Kindern gibt und einen Einblick in die Denkweise der Kinder zum Thema "Tod und Trauer" vermittelt. Ferner aus dem Projektleitfaden für Kindertagesstätten. Hierin werden Projekte vorgestellt, die sich kindgerecht mit dem Thema "Tod und Trauer" beschäftigen und auf diese Weise Ängste abbauen. Die Materialien übergab der Geschäftsführer der Treuhandstelle Armin Kalbe der Landesbischöfin symbolisch.

Presseberichterstattungen zu diesem Thema finden Sie in der Rubrik "Presse" (oben rechts).
Foto: Rücker